Rhein-Neckar

Sparen nicht zu Lasten der behinderten Menschen

Lebenshilfe Heidelberg

Sparen nicht zu Lasten der behinderten Menschen

Gute Förderung braucht gute Arbeit

Am 14.12.2015 gehen die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Lebenshilfe Heidelberg in Hockenheim in die dritte Runde. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen der angestellten Fachkräfte sollen ohne Not abgesenkt werden, wenn es nach dem Willen der Arbeitgeberin Lebenshilfe Heidelberg ginge. Die in ver.di organisierten Fachkräfte stellen sich mit ihren Forderungen für eine sichere Förderung durch die Regelung einer Mindestbesetzung und die Weiterentwicklung ihres Haus-Tarifvertrages durch Gesundheitsschutz dagegen.

„Sparen von Personalkosten ohne Not darf nicht zu Lasten der behinderten Menschen gehen,“ bekräftigt Helmut Boos, Bildungsbegleiter der Heidelberger Werkstätten in Hockenheim, „deshalb muss eine Mindestbesetzung gewährleistet sein, um gut zu fördern und nichts zu übersehen, weil die Gruppen zu groß sind.“ „Wir haben den Verein mit aufgebaut, deshalb wurde bisher immer an beides gedacht: Wer gute Förderung und zufriedene Beschäftigte mit Behinderung will, der muss auch für gute Arbeit der Fachkräfte sorgen!“ fordert Christoph Brezden, Betriebsrat kämpferisch. „Es ist eine sinnerfüllende Arbeit, sie ist fachlich anspruchsvoll und erfordert persönlichen und menschlichen Einsatz, deshalb ist es berechtigt insbesondere Zeit zur Entlastung und Geld zum Ausgleich zu erhalten. Mehr und länger arbeiten ohne Lohnausgleich, da stimmt doch was nicht!“ protestiert Julia Langhans, Heilerziehungspflegerin im Förderungs- und Betreuungsbereich.


Hintergrund: Der ver.di-Haus-Tarifvertrag enthält die Anerkennung des Tarifvertrages für den kommunalen öffentlich Dienst und sinnvolle Spezialregelungen, die extra für Heidelberger Werkstätten in den Jahren 2006 und 2009 abgeschlossen wurden. Die Arbeitgeberin hat den Haustarifvertrag gekündigt. Wegen der hohen Belastung gibt es zusätzliche Urlaubstage. Die anspruchsvolle Arbeit im Förderungs – und Betreuungsbereich wurde durch eine monatliche Zulage anerkannt. Die Beständigkeit in der Förderung und Entwicklung behinderter Menschen über lange Zeiträume durch die gleichen Fachkräfte spiegelt sich in den Zuwendungen für Treue und langjährige Betriebszugehörigkeit. Die Fachkräfte springen oft ein, Gruppen sind zeitweise zu groß, Anforderungen haben sich gewandelt. Die Stellen-Finanzierung hinkt hinterher, zu Lasten der Gesundheit.
Helmut Boos, Christoph Brezden, Julia Langhans sind Mitglieder der ver.di-Verhandlungskommission und Fachkräfte der Heidelberger Werkstätten.

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