Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

162.000 brauchen dich!

24. Juni 2015

162.000 brauchen dich!

Am Mittwoch, 24. Juni 2015, vor allen deutschen Krankenhäusern

10 Minuten für 162.000. Diese Aktion ist einzigartig und hat es noch nie gegeben! Sie findet am selben Tag, zur selben Stunde in allen Krankenhäusern und deren Servicegesellschaften in Deutschland statt.

Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweit 162.000 Nummernschilder versandt. Jede Nummernkarte entspricht einer fehlenden Stelle. Alle zusammen zeigen damit konkret den bundesweiten Mangel an Krankenhäusern. ver.di will den Personalmangel beseitigen und fordert vom Gesetzgeber eine verbindliche und am Bedarf orientierte Personalbemessung.

Gemeinsam können wir es schaffen!

v verdi So sehen die Nummernkarten aus

Überall am gleichen Tag: Eine Kette lebendigen Protestes von Flensburg bis Oberammergau, von Görlitz bis Freiburg: Beschäftigte der Krankenhäuser machen für zehn Minuten den Personalnotstand sichtbar.
162.000 Kolleginnen und Kollegen halten 162.000 Nummern hoch. Überall. Es wird ein Rekord, etwas Einmaliges! Keine Latschdemo, sondern die größte Krankenhausdemo Deutschlands genau an dem Tag, an dem sich die Gesundheitsminister zu einer Konferenz in Bad Dürkheim treffen.
Diesmal demonstrieren wir nicht in Berlin, weil wir unsere PatientInnen nicht allein lassen. Dafür laden wir auch diese ein, am 24. Juni mitzumachen. Jede und jeder von uns hat jetzt die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben.
Es ist längst 5 nach 12. Die Beschäftigten in den Krankenhäusern können nicht mehr!

Bundesfachbereichskonferenz Gesundheit und Soziales 2015 in Bad Neuenahr Kay Herschelmann Frank Bsirske und Sylvia Bühler erhalten ihr Nummernschild zur Aktion 162.00 am 24.6.
  • Bundesweite Protestkette am 24. Juni

  • Drei Mannheimer Krankenhäuser sind dabei

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am Mittwoch, 24. Juni 2016, die Beschäftigten in Krankenhäusern zu einer bundesweiten Protestkette auf - vom Nordseestrand bis in die bayerischen Berge, von Görlitz bis Saarbrücken. In Krankenhäusern fehlen nach einer ver.di-Erhebung 162.000 Beschäftigte, darunter 70.000 in der Pflege.
    Aktion um 11:30 Uhr und 12:00 Uhr:

    Universitätsmedizin Mannheim und Theresienkrankenhaus/St. Hedwig Klinik

    Für die Aktion in Mannheim treffen sich Beschäftigte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und des Theresienkrankenhauses/St. Hedwig Klinik um 11:30 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Brücke in Mannheim. Hier werden u.a. die zugewiesenen Nummernkarten (UMM von Nr. 115.564 bis Nr. 116.030 und TKH von Nr. 115.351 bis Nr. 115.563) gezeigt, um so auf die Personalnot aufmerksam zu machen. Eine gute Möglichkeit, die Aktion (Nummernkarten, großes Banner zum Thema, Luftballonaktion u.v.m.) zu fotografieren, besteht vom Collini-Steg aus.
    Nach der Aktion auf der Friedrich-Ebert-Brücke wird es vor dem Haupteingang der UMM eine öffentliche Betriebsversammlung geben, bei der neben den Beschäftigten der UMM auch Beschäftigte des Theresienkrankenhauses/St. Hedwig Klinik und die Geschäftsführungen beider Krankenhäuser teilnehmen. Weil es von der Bundesregierung derzeit noch keine befriedigenden Ideen gibt, „backen“ sich die Kolleginnen und Kollegen das fehlende Personal selbst.
    Integrierte Aktion der Auszubildenden an der Universitätsmedizin Mannheim „Damit die Pflegeausbildung nicht auf der Strecke bleibt“
    In die o.g. Aktionen integriert werden Pflegeauszubildende der Universitätsmedizin Mannheim auf die Missstände in der Ausbildung an Krankenhäusern aufmerksam machen. Durch den Personalmangel in den Einrichtungen leidet auch die Ausbildung in einem Bereich, in dem wir als Gesellschaft auf eine hochwertige Ausbildung angewiesen sind.
    Im UMM führt dies vor allem dazu, dass die gesetzlich vorgeschrieben Praxisanleitung kaum noch oder nicht mehr stattfinden kann. Nur über diese ist aber sichergestellt, dass die Auszubildenden gut auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit in der Pflege vorbereitet werden.“, berichtet Michael Janus, Jugendsekretär bei ver.di Rhein-Neckar, zuständig für Fragen der Berufsausbildung. „Daran zu sparen gefährdet nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern die der Patientenversorgung insgesamt.“
    Die Aktion findet im Rahmen des bundesweiten Projekts „Praktisch.Besser.Jetzt!“ zur Verbesserung der Pflegeausbildung statt. Aktuell arbeitet ver.di in mehr als 30 Betrieben bundesweit, zusammen mit rund 10.000 Auszubildenden, an einer Verbesserung der Ausbildungsqualität. Ziel ist es, die Ausbildungsqualität über Betriebsvereinbarungen langfristig sicher zu stellen.
    Aktion um 13:00 Uhr:
    Diakoniekrankenhaus
    Um 13:00 Uhr versammeln sich die Kolleginnen und Kollegen des Diakoniekrankenhauses vor dem Haupteingang in der Speyerer Str. und machen mit dem Zeigen ihrer Nummernkarten von 115.179 bis 115.350 ebenfalls auf ihren Personalnotstand aufmerksam.
    Hintergrund:
    Mit den Aktionen machen die Beschäftigten ihrer Enttäuschung über den Gesetzentwurf zur Krankenhausreform Luft, den die Bundesregierung am 11. Juni veröffentlicht hat. „Die Regierung kennt die dramatischen Auswirkungen der Personalnot für Patienten, doch sie handelt nicht“, sagte Michael Zimmer, Gewerkschaftssekretär des ver.di Bezirks Rhein-Neckar, zuständig für den Gesundheitssektor. „Wir sind entsetzt, dass die Bundesregierung die Gefährdung von Patienten wissentlich in Kauf nimmt.“ Ein Pflegeförderprogramm für 1 bis 3,5 Pflegestellen pro Krankenhaus bringe den Patienten niemals die dringend notwendige Verbesserung der Versorgung.
    Bei einem Nachtdienstcheck der Gewerkschaft ver.di in über 200 Krankenhäusern im März 2015 hatten 59 % der Pflegefachkräfte angegeben, dass es in ihrem Nachtdienst in den letzten vier Wochen eine gefährliche Situation für Patienten gegeben hat, die bei ausreichend Personal vermeidbar gewesen wäre.
    Eine so breit getragene Aktion hat es bisher im Gesundheitswesen in Deutschland noch nicht gegeben. Am 24. Juni 2015 tagt in Bad Dürkheim/Rheinland-Pfalz die Gesundheitsministerkonferenz der Länder und in Berlin der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. ver.di fordert ein Gesetz zur Personalbemessung in Krankenhäusern und dessen Finanzierung sowie ausreichende Krankenhausinvestitionen durch die Bundesländer.

  • Heidelberg, RNK und Psychiatrie

    ver.di und Krankenhausbeschäftigte machen den Personalmangel sichtbar. Im ver.di Bezirk Rhein- Neckar beteiligen sich über zwanzig Krankenhaus-Betriebe.

    Bundesweit stehen 162.000 Menschen vor den Toren Ihrer Klinik. So viele Beschäftigte fehlen laut ver.di Personalcheck bundesweit in deutschen Krankenhäusern.
ver.di zeigt gemeinsam mit den Krankenhausbeschäftigten auf, wie viele Stellen geschaffen und finanziert werden müssen, damit eine qualitativ hochwertige Versorgung wieder möglich wird. Dazu hat ver.di jedem Krankenhaus von Flensburg bis Oberammergau den Anteil der Nummern von 1-162.000 zugewiesen, die dem durchschnittlichen Personalbedarf der Klinik gemessen an Vollkraftstellen aller Krankenhäuser entspricht. Von den 162.000 Stellen entfallen rund 70.000 auf die Pflege. ver.di hat die Beschäftigten aufgefordert, am 24.06.2015 mit den Nummern für ihr Haus vor den Toren der Klinik zu stehen. „Eine einzigartige Aktion – ein starkes Signal an die Gesundheitsministerkonferenz“, sagt Silke Hansen, „noch nie gab es eine so breit getragene Aktion!“ Über 20 Kliniken, deren Servicebetriebe und Schulen beteiligen sich am 24. Juni. um 13:00 Uhr.
Nur die permanente Überlastung der Beschäftigten verhindert, dass die Versorgung zusammenbricht. Ständig wird gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen. Es wird über zehn Stunden gearbeitet, Pausen können nicht gemacht werden, an freien Tagen wird eingesprungen, damit der Betrieb nicht zusammenbricht, Gefährdungsanzeigen sind an der Tagesordnung. (zum Hintergrund siehe Anhang)
Ziel dieser Aktion ist es, der Gesundheitsministerkonferenz der Länder die am 24.6.2015 in Bad Dürkheim tagt, vor Augen zu führen, was wirklich notwendig wäre, um eine gute Versorgungsqualität sicherzustellen.
Der Gesetzgeber will Qualität. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung ignoriert dramatischen Personalmangel, Arbeitsüberlastung und Gefährdung der Patientensicherheit. Doch gute Qualität im Krankenhaus braucht genug Personal.
Was fehlt ist eine verbindliche gesetzliche Regelung zur Personal- ausstattung der Krankenhäuser und deren Finanzierung. ver.di fordert den Bundesrat auf, den Gesetzentwurf der Bundesregierung abzulehnen und auf eine gesetzliche Regelung zu drängen, die den Interessen der Patienten und denen der Beschäftigten Rechnung trägt.

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