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Einst Vorzeigeeinrichtung - jetzt in Not!

Heidelberger Werkstätten

Einst Vorzeigeeinrichtung - jetzt in Not!

Pressemitteilung

Heidelberger Werkstätten: Einst Vorzeigeeinrichtung – jetzt in Not! 

(2.12.2014) Die über 540 Beschäftigten mit Behinderung und die über 100 angestellten Fachkräfte der Heidelberger Werkstätten der Lebenshilfe Heidelberg e.V., mit Standorten in Heidelberg, Sandhausen und Hockenheim leiden unter dem dramatischen Refinanzierungsdruck. „Wir waren einst Vorzeigeeinrichtung - jetzt ist der gesetzliche Reha-Auftrag in Frage gestellt, weil massiv beim Personal gespart wird“ so Christoph Brezden, Betriebsratsvorsitzender und ergänzt kämpferisch: “das nehmen wir nicht hin.“ „Daniel Werner, Vorsitzender des Werkstattrates der Beschäftigten mit Behinderung beklagte auf der Herbstbetriebs­versammlung, dass „die Fachkräfte nicht mehr die nötige Zeit für uns haben.“

Als im Frühjahr 2014 der neu eingesetzte Geschäftsführer Wolfgang Thon der Belegschaft wegen einer „wirtschaftlich schwierigen Lage“ (Thon) nach wenigen Wochen weder betriebsbedingte Kündigungen noch die Absenkung tariflicher Normen ausschließen wollte, rief dieser „Horrorkatalog“ (Brezden) den ver.di-Aktivenkreis auf den Plan.

„Wir nehmen Geschäftsführung und Politik gleichermaßen in die Verantwortung“, sagt Silke Hansen von ver.di, „denn soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderung muss besser, nicht billiger werden. Soziale Berufe müssen wegen ihrer Verantwortung aufgewertet werden“. „Die Lage gestaltet sich dramatisch, das lässt sich belegen,“ analysieren die Fachkräfte, die sich regelmäßig treffen. Weiter:„Seit über einem halben Jahr befinden wir uns in der Unsicherheit um unsere Arbeitsplätze und Bangen, ob wir noch professionell arbeiten können, denn beimPersonal also der Fachlichkeit wird gespart.“ Hans Dietewig, stellv. BR-Vorsitzender erklärt: „Die Geschäftsführung sieht nur noch Zahlen und dann wird noch ein zusätzlicher teurer Hauptgeschäftsführer Diehl eingestellt. Dann ist es nicht auszuhalten, wenn J. (Beschäftigter mit Behinderung) wieder auffälliges Verhalten zeigt, weil wir die Einzelbetreuung wegen der eingetretenen Arbeitsverdichtung nicht mehr fachgerecht durchführen können.“

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