Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

Warnstreik am PZN Wiesloch

Psychiatrisches Zentrum Nordbaden

Warnstreik am PZN Wiesloch

Tarifverhandlungen der Länder: KEIN ANGEBOT!

Pressemitteilung

Am Dienstag dem 07.02.2017 fand ein Warnstreik am PZN Wiesloch statt, zu dem ver.di aufgerufen hat. Es beteiligten sich in der Zeit von 06:00 bis 09:30 Uhr insgesamt rund 400 Mitarbeiter des PZN. Grund dafür waren die gescheiterten Verhandlungen für die Beschäftigten im Tarifvertrag der Länder (TV-L), zu dem auch die Mitarbeiter im PZN gehören. In der zweiten Verhandlungsrunde am 30. und 31.01.2017 legten die Arbeitgeber kein Angebot vor, so dass mit Warnstreik und Streik die Forderungen der Mitarbeiter Nachdruck verliehen werden muss. (Zu der zweiten Verhandlungsrunde fuhren auch eine Handvoll Mitarbeiter in einer Nachtfahrt nach Potsdam, um vor Ort den Forderungen Nachdruck zu verleihen)
Zu den zentralen Forderungen gehören:

  • Erhöhung der Entgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten 

  • Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst an die der Kommunen sowie Übernahme der Pflege-Tabelle des TVöD 

  • Einführung der Stufe 6 für die Entgeltgruppen 9-15 und die stufengleiche Höhergruppierung 

  • Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikant/-innenentgelte um 90 Euro monatlich 

  • Mindest- oder Sockelbetrag für die unteren Einkommen 

  • Verbindliche Übernahmeregelungen für Auszubildende und Zahlung eines 
Lernmittelzuschusses in Höhe von 50 Euro je Ausbildungsjahr 


Besonders empört sie die Beschäftigten in Wiesloch in den Bereichen Sozialdienst, Pflege und Handwerker, weil die in diesen Bereichen absolut berechtigten Forderungen von den Arbeitgebern nicht berücksichtigt werden wollen. Diese Bereiche sind es aber, die das Rad Psychiatrie am Laufen halten. ver.di ruft am nächsten Dienstag dem 14.02.2017 zu einem landesweiten Streik auf, mit einer zentralen Kundgebung in Stuttgart. Auch dort werden sich Mitarbeiter vom PZN beteiligen. 


Warnstreik am PZN Wiesloch ver.di Warnstreik am PZN Wiesloch  – Am heutigen Warstreik beteiligten sich rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PZN. Grund dafür waren die gescheiterten Verhandlungen für die Beschäftigten im Tarifvertrag der Länder (TV-L), zu dem auch die Mitarbeiter im PZN gehören.

Stuttgart, 7. Februar 2017
 
1.200 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder heute im mehrstündigen Warnstreik
 
Rund 1.200 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder haben heute in ganz Baden-Württemberg jeweils für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Den Auftakt machten heute Morgen mit Beginn der Frühschicht Beschäftigte der Autobahnmeistereien in Walldorf und Mannheim-Seckenheim sowie das Psychiatrische Zentrum Nordbaden in Wiesloch, wo allein gut 400 im Streik waren. Es folgten Warnstreiks unter anderem an Uni und Hochschule Ulm und Mannheim sowie eine Streikaktion an der Wilhelma in Stuttgart. Im Laufe des Vormittags gab es dann Arbeitsniederlegungen in weiteren Universitäten; Hochschulen und Studierendenwerken, so in Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Konstanz, Regierungspräsidien und Landesbehörden sowie anderen Landesdienststellen wie auch dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe und an den Zentren für Psychiatrie in Zwiefalten, Weinsberg und Reichenau. ver.di erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeber, die in den zwei bisherigen Verhandlungsrunden ein Angebot verweigert haben.
 
Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Das ist heute ein erstes Signal der Landesbeschäftigten an die Arbeitgeber. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, hören wir bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von den Finanzministern im Bund und im Land immer nur: Wir schätzen die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen, wir würden ihnen gerne mehr geben, aber wir können nicht. Jetzt können sie!“
 
ver.di Baden-Württemberg plant für Anfang der kommenden Woche eine Ausweitung der Warnstreiks vor der dritten und vorerst letzten vereinbarten Verhandlungsrunde am 16. und 17. Februar.
 
In Baden-Württemberg sind knapp 285.000 (Vollzeitäquivalente 240.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 185.000 sind Beamte, ca. 100.000 Angestellte, davon rund 36.000 befristet. Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.
Ab März beträgt der Abstand zwischen den Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder von dem des Bundes und der Kommunen gut vier Prozent, derzeit sind es rund 1,6 Prozent.
 
ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen im Gesamtvolumen von sechs Prozent. Dies beinhaltet eine soziale Komponente in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages und die Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dabei soll die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie der Erzieherinnen und Erzieher in Berlin sowie bei den an den TVL gebundenen Studentenwerken und den Beschäftigten in der Pflege an die der Kommunen angeglichen werden. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 90 Euro, mehr Urlaub und die Übernahme nach der Ausbildung. Zudem sollen die schulischen Ausbildungsgänge, z.B. in den Gesundheitsberufen, in die Tarifverträge einbezogen werden. Darüber hinaus fordert ver.di den Ausschluss sachgrundloser Befristungen im öffentlichen Dienst. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfänger übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen.

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