Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

Für Entlastung der Krankenhausbeschäftigten am 1.Mai aktiv

Für Entlastung der Krankenhausbeschäftigten am 1.Mai aktiv

Danke an alle, die in Mannheim beim 1.Mai dabei waren für unsere Bewegung für Entlastung der Krankenhausbeschäftigten.
Bei Demo & Kundgebung und dem Chor der Krankenhäuser waren dabei: Kolleg*innen der Universitätsmedizin MA, Theresienkrankenhaus MA & Diako MA sowie der Uniklinik Heidelberg mit Orthopädie HD. Mit dabei auch Sylvia Bühler, unsere Bundesfachbereichsleiterin mit einer super-Rede!
Und: Danke auch an unseren Fotografen Helmut Roos, bei dem das Copyright der Fotos liegt und an Bernd Köhler und das kleine elektronische Weltorchester ewo2, die den Chor begleitet haben.

Logo: Mehr von uns ist besser für alle! ver.di Mehr von uns ist besser für alle!

Das berichtete der Mannheimer Morgen:
TAG DER ARBEITERBEWEGUNG GEWERKSCHAFTEN UND POLITISCHE GRUPPEN DEMONSTRIEREN AM 1. MAI / KUNDGEBUNG AUF DEM MARKTPLATZ
"Wir sind viele - wir sind eins"

Fotostrecke des Mannheimer Morgen

  • Pressemitteilung des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    1. Mai 2017 in Mannheim

    Krankenhausbeschäftigte demonstrieren für mehr Personal und Entlastung

    Anlässlich der 1. Mai-Demonstration und -Kundgebung werden Krankenhausbeschäftigte aus Mannheim und der Rhein-Neckar-Region als „weißer Block“ auf ihre Belange aufmerksam machen und für mehr Personal und Entlastung demonstrieren.


    Sylvia Bühler, Hauptrednerin der Kundgebung und Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes erklärt: „Die Krankenhausversorgung funktioniert nur noch halbwegs, weil die Beschäftigten alles aus sich raus holen. Politiker und Arbeitgeber kalkulieren damit und nutzen die Geduld und den professionellen Anspruch der Beschäftigten an ihre eigene Arbeit oft schamlos aus. Wir brauchen für eine sichere Versorgung und für die Entlastung der Beschäftigten gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung.“. Bei der Kundgebung wird es eine Aktion u.a. mit den Vorsitzenden des Betriebsrates der Universitätsmedizin Mannheim, der Mitarbeitervertretungen des Theresienkrankenhaus/St. Hedwig-Klinik sowie des Diakonissenkrankenhauses Mannheim, einem Chor und „Tipps“ für potentielle Patientinnen und Patienten geben.

  • Hintergrund:

    In deutschen Krankenhäusern fehlen 162.000 Beschäftigte, davon 70.000 in der Pflege.


    10,3 Patient/innen muss eine Pflegekraft in deutschen Krankenhäusern versorgen. Damit ist Deutschland europäisches Schlusslicht. In anderen Ländern wie der Schweiz sind es nur 5,5, in Polen 9,3.


    Nach einer Befragung von ver.di arbeiten fast zwei Drittel (64 Prozent) der Pflegefachkräfte nachts vollkommen allein. Danach ist eine Pflegefachkraft im Durchschnitt für die Versorgung von 26 Patientinnen und Patienten verantwortlich. Die Beschäftigten beschreiben diese Arbeitssituation als besonders belastend.


    Seit Jahren werden aus Kostengründen insbesondere pflegeferne Tätigkeiten, wie Reinigungsdienst, Beschäftigte in Küchen oder Medizintechnik in Servicegesellschaften ausgegliedert oder sogar völlig fremd vergeben. Die Folge ist häufig eine sinkende Qualität, was vor allem ein Problem für die Hygiene bedeutet.


    Krankenhäuser sind hochinnovative Einrichtungen. Sie müssen dem medizinischen Fortschritt folgen und die Entwicklungen in Therapie und Medizintechnik nachvollziehen. In den Krankenhäusern gilt eine Investitionsquote von 9 Prozent vom Umsatz als zwingend erforderlich, um die Anforderungen an Innovation, Qualität und Sicherheit zu erfüllen. Doch die Investitionskosten der Länder für die Krankenhäuser sind auf 3,3 Prozent gesunken. Das widerspricht eindeutig der Verpflichtung der Länder. Dies erzeugt weiteren Druck auf die Beschäftigte, werden die so notwendigen eigenen Investitionen doch durch Sparmaßnahmen beim Personal bezahlt.


    Viele Beschäftigte werden durch die Personalnot, den Dauerstress und das permanent schlechte Gewissen, nicht so arbeiten zu können, wie sie es gelernt haben und wie es richtig wäre, krank – körperlich, oft auch psychisch. Mit noch so großem persönlichem Engagement kann man das strukturelle Defizit nicht ausgleichen. Das erkennen immer mehr Beschäftigte - und dass ihre Geduld und ihre Haltung, für kranke Menschen da sein zu wollen und ihr Team nicht im Stich zu lassen, oft gnadenlos ausgenutzt wird.


    Dabei geht es auch um die Würde kranker Menschen. Sie sind keine kaputten Maschinen, Krankenhäuser sind keine Fabriken. Markt und Wettbewerb richten es nicht, das wird zunehmend erkannt. Wir brauchen gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in den Krankenhäusern – und das nicht nur in der Pflege. Jeder kann morgen auf die Behandlung und Pflege im Krankenhaus angewiesen sein. Dann müssen sich Patientinnen und Patienten darauf verlassen können, gut und sicher versorgt zu werden. Der Personalbereich in den Kliniken darf nicht länger genutzt werden, um fehlende Investitionszahlungen der Länder zu kompensieren oder um Aktionäre privater Gesundheitskonzerne zu bedienen. Gute Qualität im Gesundheitswesen kann es nur mit gut qualifiziertem Personal in ausreichender Anzahl geben. Dies zu gewährleisten, liegt in der Verantwortung des Staates, denn die Gesundheitsversorgung ist elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge.


    Täglich übernehmen die Krankenhausbeschäftigten die Verantwortung für die Patienten – Jetzt übernehmen sie die Verantwortung für sich selbst.

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