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Streikende Lebenshilfe fragen beim Landratsamt nach

Heidelberger Werkstätten

Streikende Lebenshilfe fragen beim Landratsamt nach

Streik bei der Lebenshilfe Helmut Roos Streik bei der Lebenshilfe

Trotz eines 10-stündigen Verhandlungsmarathons am 6.6.16 reichte der Fortschritt in den Verhandlungen zwischen der Lebenshilfe Heidelberg und ver.di nicht für ein Einigungspapier, das den angekündigten Streik hätte abwenden können. 60 Streikende gingen am Streiktag am 9.6.16 zum Landratsamt (Foto) und wollten es vom Sozialderzernat wissen: Pflegesätze, Betreuungsschlüsseln und Finanzierung. Wie hängt das zusammen? Wer macht den Druck auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer_innen. Wie viel ist die Rehabilitation und Förderung der Menschen mit Behinderung wert? Dazu hatte sich auch der Werkstattrat der Delegation angeschlossen und prompt Mühe gehabt, den richtigen Fahrstuhl zu finden, in den der Rollstuhl reinpasste. Der Empfang war freundlich. Der Kostenträger verweist auf die Verhandlungsparteien, ob in Pflegesatz- oder in Tarifverhandlungen.Dass Augenmerk liege beim Rhein-Neckar-Kreis auf gute Leistungen für Menschen mit Behinderung.

Streik bei der Lebenshilfe Helmut Roos Streik bei der Lebenshilfe

Wie geht es weiter?
Nächste Woche wird mit einem Verhandlungstermin gerechnet. Kommt es zu einem Einigungspapier, dann werden Streiks abgewendet. „ver.di wird vorsorglich und frühzeitig Werkstattrat, Eltern und Angehörige informieren“. Es könnte in der Folgewoche wieder zu Streik kommen, falls es sich es in der nächsten Woche wieder kein Einigungspapier zustande käme. „Von der Lebenshilfe wünschen wir uns die Bereitschaft zum Interessenausgleich, statt erneut scharfe Töne anzuschlagen. Vielleicht ist in Bezug auf den Gesundheitsschutz sogar etwas richtig Gutes möglich.“

  • Hintergrund

    Die Arbeitgeberin Lebenshilfe Ortsvereinigung Heidelberg e.V. hat den Haustarifvertrag zum 31.12.2015 gekündigt. Die Lebenshilfe will erreichen, dass mehr gearbeitet wird und weniger gezahlt wird. ver.di ist mit eigenen Forderungen in Tarifgespräche eingetreten: Wiederinkraftsetzung des HausTV, Erhöhung von Zulagen, Gesundheitsschutz durch Regelung einer Mindestbesetzung.
    Beide Seiten sind sich einig, dass gesellschaftlich wertvolle Arbeit geleistet wird und die Fachkräfte durch den Wandel der Werkstätten für Menschen mit Behinderung immer mehr stemmen müssen.
     
    Seit der ersten Verhandlung im Oktober 2015 haben 10 Verhandlungsgespräche stattgefunden. Die Lebenshilfe-Führung wählt einen zeitweise scharfen Ton gegenüber der ver.di und gegenüber der Belegschaft ihrer Vertretung.
    Die Belegschaft streikte für ihre Tarifforderung am 26.2.16 (Warnstreik), 26.4.16 ganztägiger Streik, 7.-9.6.2016 drei Tage Streik.

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