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Internationaler Tag der Pflegenden

Internationaler Tag der Pflegenden

ver.di zeigt Flagge für mehr Personal und Aufwertung der Pflege in Krankenhäusern und Altenpflege
Aktive Pause mit Teilnehmenden des onkologischen Symposium zg Aktive Pause mit Teilnehmenden des onkologischen Symposium

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am Dienstag, 12. Mai 2015, die Beschäftigten an Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Anlässlich des „Internationalen Tags der Pflegenden“ fordern die Beschäftigten ausreichend Personal und eine faire Bezahlung.

Am Universitätsklinikum Heidelberg beteiligen sich Pflegende und weiteres Personal. In der Zeit von 10:30 Uhr bis 11:00 Uhr auf dem Vorplatz des DKFZ treffen sie sich, um eine aktive Pause einzulegen. „Üblicherweise verbringen wir Pflegekräfte unsere „Pause“ gemeinsam im Stationszimmer und gehen reihum ans Telefon und auf Patientenklingeln, wir reagieren auf PatientInnen, Angehörige, Anfragen von ÄrztInnen und von anderen Abteilungen. So ist das keine Pause im Sinne des Arbeitszeitgesetzes,“ sagt Silvio Härtling, stellv. Sprecher der ver.di-Vertrauensleute. „Richtig Pause machen, d.h. ungestört Pause machen und den Arbeitsplatz für die Pausenzeit verlassen, das wirkt sich schon auf den Betriebsablauf aus. Damit wollen wir aufzeigen, dass die Personaldecke in den Krankenhäusern zu dünn ist. Streiken können wir für eine gesetzliche Regelung ja nicht,“ erklärt Regina Albrecht, stellvertretende Personalratsvorsitzende.

Aktive Pause mit Teilnehmenden des onkologischen Symposium zg Aktive Pause mit Teilnehmenden des onkologischen Symposium

Auch die Belegschaft in der Universitätsmedizin Mannheim wird sich daran mit Transparenten unter dem Motto „Mehr von uns ist besser für alle“ beteiligen. In der Zeit von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr haben die Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit sich am gemeinsamen ver.di- und Betriebsratsinfostand vor dem Haupteingang zu informieren. Um 12:00 Uhr sind die Mitglieder des Aufsichtsrates der UMM eingeladen, mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen.

Soliaktion Klinikum Mannheim Helmut Roos Streikende der Sozial- und Erziehungsdienste  – Die Streikenden der Mannheimer Sozial- und Erziehungsdienste statteten einen Solidaritätsbesuch am Klinikum ab, und informierten über ihre Situation.

(siehe auch : Dritter Streiktag im Sozial- und Erziehungsdienst)

Pflege ist eine qualifizierte und verantwortungsvolle Tätigkeit. „Eine Pflegefachkraft muss mindestens 3.000 Euro Grundvergütung im Monat erhalten“ sagte ver.di-Vertreter Michael Zimmer vom ver.di-Bezirk Rhein-Neckar.

„Es kann nicht sein, dass eine Kollegin, die lebenslang alte Menschen pflegt, später selbst in Altersarmut gerät.“

Michael Zimmer, ver.di Rhein-Neckar

ver.di fordert bundesweite verbindliche Personalschlüssel in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen. Wer Angehörige im Krankenhaus oder Altenpflegeheim hat, wisse aus eigener Anschauung, wie wenig Personal eingesetzt werde, sagte Michael Zimmer. Viele Beschäftigte würden mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, den Personalmangel wett zu machen und müssten dafür oft mit ihrer eigenen Gesundheit bezahlen.

Zwar hätten viele Politiker/innen das Problem erkannt. Allerdings habe der Entwurf der Bundesregierung zur Krankenhausreform im April 2015 die Beschäftigten tief enttäuscht. Gerade einmal eine Pflegestelle mehr pro Krankenhaus sei im Jahr 2016 vorgesehen, sagte Michael Zimmer. „Wir wollen keine warmen Worte, wir wollen, dass sich etwas ändert. „Wir geben erst Ruhe, wenn der Personalmangel beseitigt ist."

„Wir geben erst Ruhe, wenn der Personalmangel beseitigt ist.“

Silke Hansen, ver.di Rhein-Neckar

Zwar anerkennen viele PolitikerInnen das Problem. Allerdings habe der Entwurf der Bundesregierung zur Krankenhausreform im April 2015 die Beschäftigten tief enttäuscht: „Zwei zusätzliche Stellen pro Krankenhaus sind ein Witz!“ sagt Wolfgang Schulte von den ver.di- Vertrauensleuten und verweist auf dem Aufruf der ver.di- Vertrauensleute. „Gerade einmal eine Pflegestelle mehr pro Krankenhaus sei im Jahr 2016, etwa 2 Stellen in 3 Jahren vorgesehen,sagte Silke Hansen, ver.di-Gewerkschaftssekretärin in Heidelberg. „Wir geben erst Ruhe, wenn der Personalmangel beseitigt ist.“

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