Stadtmission

Wegweisend: Tarifvertrag abgeschlossen!

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Wegweisend: Tarifvertrag abgeschlossen!

Evangelische Stadtmission Heidelberg
Tarifvertrag! Silke Hansen Tarifvertrag abgeschlossen

Nach einer langen Verhandlungszeit ist es nun geschafft: der Tarifvertrag mit der Stadtmission Heidelberg ist unter Dach und Fach. Das ist wegweisend, auch weil es der erste Tarifvertrag ist, der mit einem diakonischen Träger in Baden-Württemberg abgeschlossen wurde.

Am 29. Februar 2012 hatte die Gewerkschaft ver.di die Stadtmission Heidelberg zu Tarifverhandlungen aufgefordert, nachdem sich die Beschäftigten in großer Zahl organisiert hatten. Sie forderten die Sicherung ihrer Arbeitsbedingungen und Einkommen durch einen Tarifvertrag. Sie wollten beteiligt werden an der Aushandlung, auf Augenhöhe, verbindlich und mit Durchsetzungsmöglichkeiten. Das alles gibt es nicht im Dritten Weg der Kirchen. Die Urabstimmung und 98 % Zustimmung zu einem unbefristeten Streik sowie, ein einzelner Streiktag sowie drei zusammenhängende Streiktage brachten 2013 den Durchbruch. „Nach zwei Jahren intensiven und konstruktiven Verhandlungen liegt nun ein Tarifvertrag vor, der sich sehen lassen kann“, so die ver.di-Verhandlungsführerin Irene Gölz, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di Baden-Württemberg. „Ganz besonders freuen wir uns natürlich über diesen ersten Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger. Er zeigt nun auch in Baden-Württemberg, dass eine Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften und diakonischen Arbeitgebern möglich und erfolgreich im Sinne der Beschäftigten und ihres Arbeitgebers sein kann.“

Ab 1. Juli 2015 werden die Arbeitsbedingungen und Einkommen der rund 1.500 Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geregelt und gesichert.

„Ganz besonders wichtig war uns, die zahlreichen Flexibilisierungs-möglichkeiten des Arbeitgeber beim Entgelt und der Arbeitszeit zugunsten der Beschäftigten zu beschränken. Das war unser zentraler Kritikpunkt an den bisherigen Arbeitsvertragsrichtlinien“, sagte Silke Hansen, die zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di-Rhein-Neckar. „Die Gehaltstabelle wurde zudem von zwei bis vier Stufen auf vier bis sechs Stufen je nach Entgeltgruppe erweitert und schafft so Perspektiven für langjährige Beschäftigte,“ erläuterte Thomas Hack, Krankenpfleger und Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission.

Irene Gölz: „Ein weiteres wichtiges Ziel war für uns die Entlastung der Beschäftigten durch die Eindämmung von Überstunden. Deshalb gibt es jetzt eine entsprechende Dienstplangestaltung und eine „Holen-aus-dem-Frei-Zulage“. Die wichtige freie Zeit der Beschäftigten soll so wieder planbarer werden. Umfassende Qualifizierungsregelungen sowie eine Verdopplung der Anrechnung von Vorerfahrungszeiten auf 10 Jahre bei der Eingruppierung von neu einzustellenden Beschäftigten rundet das Ganze ab. Das 13. Monatsgehalt und die Kinderzuschläge wurden gesichert. Der Tarifvertrag ist frühestens zum 31. Dezember 2018 kündbar bzw. für Entgeltverhandlungen bereits im nächsten Jahr.

Zum Gesamtpaket gehört auch der Auszubildenden-Tarifvertrag.

Die in den letzten beiden Wochen durchgeführte Urabstimmung über das Ergebnis der Tarifverhandlungen brachte eine überwältigende Zustimmung der ver.di-Mitglieder. Der Tarifvertrag kann in Kraft treten.

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