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Uniklinika: Übergabe der Unterschriftenlisten

Uniklinika: Übergabe der Unterschriftenlisten

Für den Erhalt des Tarifvertrags

Der Aufsichtsrat (AR) der Uniklinik Heidelberg befasst sich das zweite Mal in diesem Jahr mit der „Tarifsituation am UNI-Klinikum“. Die Arbeitgeberseite droht mit Tarifflucht zur Personalkosten-einsparung. Die Ver.di-Vertrauensleute haben deshalb erneut ihre Kolleg_innen im Klinikum zur Unterstützung für ihren bestehenden TV UK (Tarifvertrag der Uniklinika Baden-Württemberg) aufgerufen. Die Beschäftigten wollen Tarifflucht nicht hinnehmen. Bis zu 150€ könnten es dann monatlich weniger sein. Rd. 3500 haben unterzeichnet und wollen etwas tun: Die Beschäftigten empfangen die AR-Mitglieder vor deren Sitzung. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, sich für den TV UK gegenüber der Geschäftsführung auszusprechen. Öffentlich übergibt Ralf Kiefer, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute-und Mitglied des Aufsichtsrates, an Frau Dr. Schwanitz, AR-Vorsitzende, die Rolle der Unterstützung. Vor der Verwaltung werden Übergabe und Protest in Szene gesetzt (gut geeignet für Foto/Film).
Der Protest wendet sich gegen die Drohgebärde der Arbeitgeber, erneut aus dem Tarifvertrag auszusteigen, um zu Lasten des nicht-ärztlichen Personals Kosten zu sparen. Die Beschäftigen wollen dies nicht hinnehmen und rufen Geschäftsführerin Gürkan zu: Finger weg vom TV UK. Die Vorsitzende G.Oppenheimer spricht für die Personalvertretung pro Erhalt des bewährten TV UK, der zukunftsweisend und auf den Klinikbereich zugeschnitten ist.
„Wer moderne Universitätsversorgung auf maximalem Niveau will, der benötigt Fachkräfte und Bedingungen, damit Beschäftigte diesem hohen Anspruch gerecht werden können,“ sagt Silke Hansen, ver.di-Gewerkschaftsekretärin, „deshalb fordert ver.di ein klares Bekenntnis zum Tarifvertrag der Uniklinika“. Beschäftigte stecken zwischen Kostendruck und hohem Anspruch an die Arbeit. Verschlechtern sich die Lohn- und Arbeitsbedingungen, kann das sehr schnell zu Fachkräftemangel führen.

  • Hintergrund

    Heidelberg ist Standort einer der vier Universtätskliniken Ba-Wüs mit über 3800 Beschäftigten allein im Pflege- und Funktionsdienst (Geschäftsbericht 2013). In Heidelberg arbeitet fast jede/r Vierte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kernbereich des Gesundheitswesens (23,0 % im Stadtkreis Heidelberg, im Landesdurchschnitt sind es 9,8%) Quelle IAB-regional Baden-Württemberg 1/2013.
    Der Tarifvertrag Uniklinika (TV UK) wurde von den Beschäftigten erkämpft, nachdem das Management Tarifflucht begehen wollte und aus der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ausgetreten ist. Heute zahlt die Uni-Klinik (laut eigenen Angaben) den nicht-ärztlichen Beschäftigten, die unter den TV UK fallen, am Standort Heidelberg 18 Mio.€ im Vergleich zum TV-L. Der TV UK gilt als zukunftsweisend und auf den Klinikbereich zugeschnitten. Zuletzt wurde am 20 Juni 2013 ein Tarifvertrag zu Langzeitkonten und einem Demografiefond abgeschlossen. Damit gibt es für diese Beschäftigten mit den anerkannten hohen Arbeitsbelastungen in Uniklinika einen neuen Baustein für alternsgerechtes Arbeiten.

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