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Umgang mit Flüchtlingen

Umgang mit Flüchtlingen

Der Bezirksvorstand ver.di Rhein-Neckar sagt klar und eindeutig „Ja!“ zu einem menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen.

Es braucht weiterhin klare Worte der Politik, um in Deutschland Kräfte für eine Willkommenskultur zu stärken. Der Fokus sollte dabei auch auf die Chancen einer offenen Gesellschaft gelegt werden. Weltweit sind knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht. 13,9 Millionen Menschen wurden alleine im Jahr 2014 zur Flucht getrieben. Alle EU-Staaten haben sich in der Genfer Flüchtlingskonvention zum Schutz von Flüchtlingen verpflichtet, jedoch gibt es keine gemeinsame Asyl-und Flüchtlingspolitik. In diesem Jahr werden bis zu 800.000 Menschen in Deutschland erwartet, die Schutz vor Krieg, Terror und Verfolgung suchen. Unsere Hilfe ist nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem auch der Menschlichkeit.

Zahlreiche Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit und Beschäftigte in den betroffenen Ämtern, Behörden und Einrichtungen leisten allesamt sehr gute Arbeit und können den Hilfesuchenden durch ihr starkes Engagement gute Hilfe leisten. Jedoch ist in vielen Arbeitsbereichen die Belastungsgrenze der Beschäftigten schon lange erreicht bzw. überschritten. Bund, Länder und Kommunen müssen schnell damit beginnen, das Personal der Flüchtlingshilfe gravierend aufzustocken. Rentner*innen und Pensionär*innen zurückzuholen kann nicht die Dauerlösung sein, da der erhöhte Personalbedarf langfristig sein wird. Es kann auch nicht die Lösung sein, die Mindestlohnkontrollen zu reduzieren und Zollpersonal in die Flüchtlingshilfe abzuordnen. Vielmehr wird es umso wichtiger sein, den Arbeitsmarkt auf die Einhaltung des Mindestlohns zu kontrollieren.

Die Aufnahme und Unterstützung der flüchtenden Menschen kann nur mit gut strukturierten, qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen im Zusammenspiel mit einem funktionierenden Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Bündnissen und den Trägern der freien Wohlfahrtspflege gelingen.

Damit die Hilfe auf viele Schultern verteilt wird, werden zahlreiche Helferinnen und Helfer benötigt. Der Bezirksvorstand ver.di Rhein-Neckar ruft deshalb alle auf, sich im Rahmen der individuellen Möglichkeiten an örtlichen Aktionen zu beteiligen und selber tätig zu werden. Benötigt wird alles: Von der betrieblichen Spendensammlung über Arbeit in den Kleiderkammern bis zur Hilfe bei Behördengängen.

Sollten einzelne Bündnisse oder Flüchtlingsinitiativen Bedarf an bestimmten Sachspenden haben (wie Papier, Kinderwägen, Kugelschreiber oder Ähnliches), so bieten wir an, dazu Spendenaufrufe in die uns bekannten Betriebe zu schicken und Hilfe über unser ehrenamtliches Netzwerk zu organisieren. In dem Fall: bitte melden bei bezirk.rhein-neckar@verdi.de.