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Klinikum Mannheim ist leider überall

Klinikum Mannheim ist leider überall

(Mannheim, 5.11.2014) Seit Jahren schon prangert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Unterfinanzierung der bundesdeutschen Krankenhäuser an und fordert neben der nachhaltigen Finanzierung auch eine gesetzlich vorgegebene Personalbemessung, um den Anforderungen in allen Bereichen eines Krankenhauses gerecht zu werden. Eindrücklich untermauert wurde dies Anfang 2013, als in einer ver.di-Umfrage in 200 Krankenhäusern, hochgerechnet auf die 2.000 Krankenhäuser, ein zusätzlicher Personalbedarf von 162.000 Stellen ermittelt wurde, 70.000 davon alleine in der Pflege.
Auch die ver.di Vertrauensleute haben unter ihren Kolleginnen und Kollegen im Klinikum Mannheim diese Umfrage gemacht und auch hier lag man im o.g. traurigen Bundestrend. Mit dem Trauermarsch durch die Mannheimer Innenstadt hatten die Klinikumskolleginnen und -kollegen deswegen Mitte 2013 ihrem Unmut öffentlich kundgetan. In Berlin wurden sie allerdings nicht gehört.

Man darf sich also nicht wundern, wenn in Mannheim oder anderenorts plötzlich die „Skandale wie Pilze aus dem Boden schießen“.
Auch wenn damit das Grundproblem genannt ist, fordern wir als ver.di Rhein-Neckar eine rückhaltlose Aufklärung etwaiger Missstände im Klinikum Mannheim. Dabei müssen aber alle Beschäftigten mit einbezogen werden. Informationen dürfen sie nicht erst aus der Presse erfahren. Sie haben das Recht direkt und unmittelbar informiert zu werden, so wie das kontinuierlich durch die Betriebsratszeitung „Echo“ und stetige Vertrauensleuteinfos von ver.di bereits seit Jahren erfolgt.

Allen Beschäftigten, besonders den Kolleginnen und Kollegen in der Zentralen Sterilgutversorgung (Steri) gehen die derzeitigen Vorgänge, insbesondere die permanenten Negativschlagzeilen, sehr nahe. Vielleicht sind neben der Aufarbeitung Umstrukturierungen wirklich notwendig, beides darf aber nicht erneut auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Wir fordern den Einsatz von mehr Personal in allen Bereichen, auch wenn dies den Jahresgewinn des Klinikums schmälert. Die Beschäftigten können nicht länger auf Entscheidungen aus Berlin warten, die Entscheidungen müssen vor Ort getroffen werden. Ein guter Anfang könnte damit gemacht werden, endlich genug Personal für die Ausbildung in Praxis und Theorie zur Verfügung zu stellen.
Allerdings wäre das wirklich nur der Anfang.

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