Tarifrunde Sozial- und Erziehungsdienst 2015

Heidelberger Werkstätten beteiligen sich

Tarifrunde Sozial- und Erziehungsdienst

Heidelberger Werkstätten beteiligen sich

Aufwertung durch bessere Eingruppierung

Letzte Meldung vom 27. März, 9:14 Uhr:

Zum Warnstreik der Fachkräfte Behindertenhilfe haben sich spontan noch Erzieherinnen aus Mannheim angekündigt.
Alle Berufsgruppen wollen zusammenstehen für ihre Forderung nach Aufwertung der Sozial- und Gesundheitsberufe. „Wir lassen uns nicht auseinander dividieren“ sagen gemeinsam Sonja Kopani (Heidelberger Werkstätten) und Hansi Weber (Stadt Manheim) im hinblick darauf, dass es nach Ostern verhandlungstermine zu den verschiedenen Berufsgruppen im Sozial- und Erziehungsdienst geben wird (für die Behindertenhilfe am 16.4.2015).
Wir erwarten dann insgesamt weit über 100 Streikende in Sandhausen. Das wird bunt wie auf einem Fest.

Fachkräfte der Behindertenhilfe folgen am Freitag 27.3.2015 dem ver.di-Aufruf zu Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst. Aus den Heidelberger Werkstätten kommen Gruppenleiter, Bildungsbegleiter, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Arbeitserzieher, Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger von den Standorten Hockenheim und Freiburger Str. Heidelberg in Sandhausen zusammen, um ein buntes und lebendiges Signal vor der nächsten Verhandlungsrunde am 9.4.15 zu senden. „Sie alle erwarten zu Recht, dass ihre anspruchsvolle pädagogische Arbeit so bewertet und bezahlt wird, wie Tätigkeiten von Fachkräften in anderen Branchen“ erläutert Silke Hansen, Gewerkschaftssekretärin von ver.di. Die kommunalen Arbeitgeber legten am 23.3.15 kein Verhandlungsgebot vor. Dass die Arbeit mit und für Menschen endlich mehr Anerkennung verdient, will die gesamte Belegschaft mit diesem Warnstreik unterstreichen. Eine Rest-Besetzung sorgt gleichwohl für die Dauer der Arbeitsniederlegung in der Lebenshilfe-Einrichtung für die unbedingt notwendige Beaufsichtigung und Sorge für die MitarbeiterInnen mit Behinderung.
 
Für die Fachkräfte der Heidelberger Werkstätten der Lebenshilfe Heidelberg e.V. gilt der Sozial- und Erziehungsdienst des kommunalen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.
Angesichts gestiegener Anforderungen und anspruchsvoller Ausbildungen will ver.di eine angemessene Bezahlung der Fachkräfte in den Sozial- und Erziehungsdiensten sichern. Silke Hansen: „ver.di will die Aufwertung durch eine Verbesserung der Eingruppierung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erreichen, die in der Wirkung eine Erhöhung von durchschnittlich zehn Prozent bedeutet.“

Daher hat ver.di die Eingruppierungsvorschriften und die Entgeltordnung - das ist die Auflistung der Tätigkeitsmerkmale, nach denen sich die Eingruppierung richtet - für die Beschäftigten in diesen Berufsfeldern gegenüber der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zum 31. Dezember 2014 gekündigt. Da der mit der VKA abgeschlossene Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) Grundlage für die Refinanzierung der freien und konfessionellen Träger ist, wirken die Verhandlungsergebnisse indirekt auch dort.
In dieser Tarifrunde 2015 soll der gestiegenen Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe für die Gesellschaft und damit den Leistungen der Beschäftigten in sozialen Berufen durch eine deutliche Aufwertung Rechnung getragen werden.

Ein Beispiel aus der Behindertenhilfe: Beschäftigte im sog. handwerklichen Erziehungsdienst mit abgeschlossener Berufsausbildung als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für Behinderte* zurzeit Entgeltgruppe S 5: 2.692,31 Euro 2.779,41 Euro Forderung: Entgeltgruppe S 10: 2.920,97 Euro 3.308,42 Euro
Erhöhung / Aufwertung: 228,66 Euro 529,01 Euro = 8,49 % 19,03 %

*) Hierfür ist nach der Werkstättenverordnung zusätzlich die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung oder die sonderpädagogische Zusatzqualifikation erforderlich.
Die angegebenen Beträge sind das Bruttoentgelt nach den jeweiligen Stufen 3 und 4 der bis zum 28. Februar 2015 geltenden Entgelttabelle. Die Stufe 3 wird nach vierjähriger Tätigkeit erreicht, die Stufe 4 nach insgesamt achtjähriger Tätigkeit. Die individuellen Entgeltansprüche differieren daher bei kürzerer oder längerer Beschäftigungsdauer.

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