Geschichte & Geschichten

Zeitgeschichte in Schwetzingen

Vortrag und geschichtlicher Spaziergang

Zeitgeschichte in Schwetzingen

Der Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen - Verein für regionale Zeitgeschichte (AFS) lädt, wie jedes Jahr, Anfang November zu zwei interessanten Veranstaltungen ein.

  • 7. November: Dr. Heinrich Tiedemann – badischer Revolutionär

    Referent: Frank-Uwe Betz, Dipl.Pol.

    Der praktische Arzt Dr. Heinrich Tiedemann zog 1847 nach Schwetzingen. Er war vielfältig an den freiheitlichen Anstrengungen der badischen Revolution beteiligt. Sein Name stand in einer Liste der Verbindungsleute des Heckeraufstands. Er wurde zum Präsidenten des hiesigen demokratischen bzw. Volksvereins, der die Idee dieser Bewegung vertrat und dem auch Personen aus Brühl, Ketsch, Oftersheim und Plankstadt beitraten, in Hockenheim wurde ein Zweigverein gegründet.

    Heinrich Tiedemann Bildbearbeitung: F.U.Betz Heinrich Tiedemann

    Schwetzingen war seinerzeit ein regionales Zentrum der demokratischen Freiheitsbewegung. Tiedemann wurde dann Zivilkommissär für den Amtsbezirk Schwetzingen und setzte in dieser Funktion einige Amtsträger in umliegenden Gemeinden ab. Und er wurde Abgeordneter der badischen Verfassunggebenden Versammlung. Nach dem Scheitern der Revolution musste er fliehen und ließ sich in den Vereinigten Staaten, in Philadelphia, nieder. Über deutsche Archive und amerikanisches Material waren nicht nur lange unbekannte Daten zu ihm zu klären. Insbesondere konnte sein soziales und politisches Wirken in Philadelphia, der Stadt der Unabhängigkeitserklärung, erhellt werden.

    Er war Begründer des Deutschen Hospitals der Stadt Philadelphia. Das Referat über Heinrich Tiedemann, diesen herausragenden Einwohner der Stadt, wird die neu gewonnenen Erkenntnisse über ihn darlegen.

    • Dr. Heinrich Tiedemann – badischer Revolutionär aus Schwetzingen. Ein deutsch-amerikanisches Leben

    Freitag, 7. November 2014, 19.30 Uhr
    Palais Hirsch, Schloßplatz Schwetzingen

    Der Eintritt ist frei.

  • 8. November: Rundgang zu Spuren jüdischen Lebens

    Geschichtlicher Spaziergang unter der Leitung von Frank-Uwe Betz

    Das Haus am Schloßplatz 3, in dem sich heute das Kaffeehaus befindet, hatte einst der jüdische Kaufmann Isaak Lorch erbauen lassen. Es war nur eines der Häuser, die in der sogenannten "Kristallnacht" überfallen wurden. 1939 wurde darin die Geschäftsstelle der örtlichen NSDAP eingerichtet. Beim geschichtlichen Spaziergang werden auch andere Gebäude gezeigt, bei denen es ebenso zu den verbrecherischen antijüdischen Ausschreitungen der Nazis im November 1938 am Ort kam. Zu Zerstörungen, Übergriffen und Plünderungen, so gegen die Blochs, Metzgers, Springers, Wallersteins. Das nazistische Vorgehen gegen Juden hatte auch hier bereits 1933 begonnen, konkret etwa gegen die Eigner der "Schwetzinger Zeitung", die Mochs.

    Schon seit Ende des 17. Jahrhunderts hatten am Ort Juden gelebt. Gezeigt werden das einstige Gemeindehaus, Häuser mit Betsälen der Gemeinde und "jüdische" Geschäfte wie die Betriebe Moch, Stein und Wronker.
    Aber der Weg führt auch zu den Wohnungen von Gegnern der Nazis wie den aus politischen Gründen Verfolgten Fritz Schweiger, Marie Schäfer und Rudolf Huber. Schließlich werden einige Stellen gezeigt, an denen sich Lager für Zwangsarbeiter/innen befanden. Denn allein aus dem Jahr 1944 ist bekannt, dass hier mindestens 2500 ausländische Frauen und Männer "eingesetzt" bzw. untergebracht wurden.

    • Spuren jüdischen Lebens und der Nazi-Verfolgung am Beispiel Schwetzingens

    Samstag, 8. November 2014, 14.30 Uhr
    Treffpunkt:Schloßplatz Schwetzingen,
    vor dem Schlosseingang
    Die Teilnahme ist frei

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