Jugend und JAV

Heinrich-Lanz-Schule II noch zu retten?

Heinrich-Lanz-Schule II noch zu retten?


Eine „Gefahr für Schüler und Lehrer“ betitelte der Mannheimer Morgen am 6. Juni 2013 einen halbseitigen Artikel.

Wird in Mannheimer Berufsschulen die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern wissentlich gefährdet?

Dennis Ewert, ver.di Aktiver und stellvertretender Schülersprecher der Heinrich-Lanz-Schule II kämpft  mit Schülersprecher Thorsten Seyfried und Chiara Louis (stellvertretende Schülersprecherin) an seiner Schule für bessere Zustände.

In einem Bauschadensbericht thematisiert er den maroden Schulbau, in dem mehr als 1000 Schüler unterrichtet werden.

Betonabplatzungen an den Gebäuden, besonders an der Außenstelle der Heinrich-Lanz-Schule 2 hinter der alten Feuerwache und an den anderen Berufsschulen der Neckaruferbebauung drohen auf das in Pausenzeiten stark genutzte Schulumfeld herab zu stürzen.
Freiliegende asbestbelastete Bauteile und atemreizende Mineralwolle bedrohen die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern.
Risse, die sich durch komplette Gebäudebereiche erstrecken, lassen Klassensäle unbenutzbar werden. Auch defekte Klimaanlagen, kaputte Fenster, veraltetes Schulmaterial und Wasserschäden erschweren den Schulalltag deutlich.
Desweiteren gibt es offensichtlich kein klares Notfallkonzept, da z.B. keine Sammelstelle für den Notfall ausgewiesen  ist.
Außerdem ist die Parkplatzsituation für die Schüler sehr unzureichend und große, einfach umzunutzende Flächen liegen brach, anstatt sie für die Schüler nutzbar zu machen.
Die Stadtverwaltung sowie die Fraktionen im Gemeinderat sind informiert.
Fraktionen, Presse und Organisationen machen sich ein Bild vor Ort.

Jetzt gilt es zu handeln!
Erste Stellungnahmen der Verwaltung lassen jedoch kaum Raum für Hoffnung.

Wir finden: Bildung in Mannheim geht besser!

  • Mannheimer Morgen vom 6.6.2013

  • „Gefahr für Schüler und Lehrer“

    Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

    Schüler, die von herabfallenden Schranktüren verletzt wurden, ein von Chemikalien zerfressenes Mobiliar, ohrenbetäubender Lärm und Pädagogen, denen eigentlich zu wenig Platz für die sorgfältige Unterrichtsvorbereitung mit gefährlichen Substanzen zur Verfügung steht: "Es besteht Gefahr für Leib und Leben der Schüler und Lehrer", befürchtet Bernhard Staudter, Leiter der Heinrich-Lanz-Schule II. Das bestätige auch ein Gutachten des Regierungspräsidium Karlsruhe vom 16. Januar 2013. Darin heißt es, dass der "äußerst grenzwertige Zustand" der Labore "nicht länger tragbar" und "unzumutbar" sei. Fazit des Berichts: "Eine zeitnahe komplette Sanierung ist unumgänglich."
    In Briefen an die Stadt forderten Schulleitung sowie Eltern- und Schülervertreter in der Vergangenheit mehrfach, sich der Mängel anzunehmen. Auch einen Besuch hatte Schulleiter Staudter Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb abgestattet und mit ihr zusammen das Gutachten aus Karlsruhe Punkt für Punkt besprochen. Ausdrücklich habe er sie auf die "prekäre sicherheitstechnische Situation" hingewiesen: "Zurzeit prüft das Regierungspräsidium, ob ich einen laufenden Schulbetrieb als Leiter überhaupt verantworten kann, ohne mich strafbar zu machen." Da gehe es um Haftungsfragen. Sehr enttäuscht habe ihn, dass Freundlieb zwar am selben Abend im Bildungsausschuss über den Sanierungsstau an Schulen referierte, jedoch die beruflichen Einrichtungen ausklammerte: "Ich hatte mehr erhofft, da ja der Eindruck von unserem Gespräch noch frisch gewesen sein musste." Inzwischen hätten sich die Stadträte sämtlicher Fraktionen zu Ortsbegehungen angemeldet. Und auch Roche Diagnostics, eine der großen Ausbildungsfirmen der Schule, habe bei der Bürgermeisterin schriftlich auf Abhilfe der Mängel gedrängt, da das Unternehmen um die Sicherheit und Gesundheit seiner Azubis bange.
    "Wie Sie im Bildungsausschuss schon ausführten", heißt es in einem Schreiben Matthias Mackerts, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Schulen (GEB), das er vor den Pfingstferien Freundlieb zusandte: "Sie sagten, die Stadt habe in der Vergangenheit, wenn Gefahr im Verzug war, immer Geld bereitgestellt, um die Baumaßnahmen umzusetzen." Deshalb erwarte der GEB, "dass Sie sofort handeln".
    "Dabei sind die 50 Jahre alten Labore nur ein Detail", versichert der stellvertretende Schülersprecher Dennis Ewert. Fassadenstücke, die auf den Schulhof bröckeln, beschlagene Fenster, die sich nicht mehr öffnen lassen, eine museale Lüftungsanlage im Klassenraum: "Die kann man nur zentral von Berlin aus abstellen. Deshalb haben wir sie mit Papier und Tesafilm abgeklebt, weil es total kalt war und einige krank wurden."
    "Als Schulträger ist uns die bauliche Situation der Schulgebäude sehr wichtig", so Bürgermeisterin Freundlieb auf "MM"-Anfrage: "Um bei der Heinrich-Lanz-Schule Gefahren zu vermeiden, haben wir als ersten Schritt in Rücksprache mit Baufachleuten Schutzzäune aufgestellt. Weitere Schritte folgen. Ziel ist es, für Schulgebäude-Sanierungen weitere Mittel bereitzustellen." Dies bedürfe jedoch der Zustimmung in den Haushaltsberatungen.

    © Mannheimer Morgen, Donnerstag, 06.06.2013
    Originaladresse des Artikels:
    https://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/gefahr-fur-schuler-und-lehrer-1.1063672