Rhein-Neckar

Erster Kurzwarnstreik am 30.Januar im Psychiatrischen Zentrum …

Tarifrunde der Länder

Erster Kurzwarnstreik am 30.Januar im Psychiatrischen Zentrum Wiesloch

Mittagspausen-Kundgebung für mehr Lohn in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder

 

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Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet am 31.1.2019

Verdi-Warnstreik am PZN - "Sechs Prozent mehr" gefordert
Mehr als 150 Mitarbeiter waren dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt

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SWR aktuell berichtet:

GEWERKSCHAFT VERDI HAT ZU WARNSTREIK AUFGERUFEN
PZN-Mitarbeiter in Wiesloch fordern höheres Gehalt

Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifverhandlung erhöhen. Sie hat am Mittwoch die Beschäftigten des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) in Wiesloch zu einem Warnstreik aufgerufen.
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Nachdem die Arbeitgeber am 21.Januar in der ersten von drei vereinbarten Verhandlungsrunden für den öffentlichen Dienst der Länder kein Angebot abgegeben haben, sind die Beschäftigten des Psychiatrischen Zentrum Wiesloch am Mittwoch,  den 30.Januar im Rahmen eines Kurz-Warnstreiks zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen. Sie treffen sich um 14.15 Uhr vor dem Casino zu einer Kundgebung mit Redebeiträgen aus den Bereichen sowie zu einem Foto.

„Spätestens beim Blick auf die Gehaltsabrechnung stellen die Kolleginnen und Kollegen fest: Es wird dringend Zeit für eine Lohnerhöhung. Mit der Forderung von 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich stellt ver.di die Lohnentwicklung in den Mittelpunkt, so Monika Neuner, die regionale ver.di-Ansprechpartnerin fürs Gesundheitswesen. Die Lohnschere zum kommunalen Bereich und auch zur Privatwirtschaft wird für die Länderbeschäftigten immer größer. Daher ist es schwierig, Personal zu akquirieren und längerfristig zu binden. Die Personalengpässe belasten die KollegInnen, die jetzt schon täglich herausfordernde Arbeit an der psychiatrischen Klinik in Wiesloch leisten.

Bedauerlicherweise waren die Fronten zwischen ver.di und der Arbeitgeberseite, der Tarifgemeinschaft der Länder, schon im Vorfeld der Verhandlungen verhärtet. Grund ist, die Entgeltordnung, die eigentlich vorher ausgehandelt sein sollte. Nun erwartet ver.di strukturelle Verbesserungen z.B. im Sozial- und Erziehungsdienst, bei Therapeuten, bei den Psychologen, bei der Pflege über eine Weiterentwicklung dieser Entgeltordnung.

„Wir wollen für alle Beschäftigten im Zentrum für Psychiatrie in Wiesloch eine ordentliche Gehaltserhöhung. Und es gibt einen Spielraum dafür, bei einem Rekordüberschuss der Länder in Höhe von 18,7 Milliarden Euro in 2018“, so die Gewerkschafterin Monika Neuner. Zusätzlich fordert ver.di eine Erhöhung um nochmals plus 300 Euro für alle Pflegekräfte. Es besteht gesellschaftlicher Konsens, dass die Pflege dringend aufgewertet werden muss. „Jetzt ist die Chance, diese Sonntagsreden in die Tat umzusetzen!“, so Monika Neuner.

Die Beschäftigten am Psychiatrischen Zentrum Wiesloch machen mit ihrer Warnstreik-Aktion in der Mittagspause deutlich, dass sie die gewerkschaftlichen Forderungen unterstützen. Außerdem wollen sie, dass ihre Geschäftsführerin, Frau Rose-Losert, ihren Einfluss im Arbeitgeberverband geltend macht – für eine finanzielle Wertschätzung ihrer wertvollen Arbeit. Die Arbeitgeber müssen mit weiteren Streikmaßnahmen rechnen, wenn sie in der zweiten Verhandlungsrunde am 6./7.Februar kein akzeptables Angebot auf den Tisch legen.

  • Hintergrundinfo zu den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder 2019:

    In Baden-Württemberg waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2017 rund 316.000 (Vollzeitäquivalente 268.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 187.000 sind Beamte, rund 129.000 Angestellte, davon rund 48.000 befristet. Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.

    ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von sechs Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 Euro sowie zusätzlich 300 Euro für die Pflegebeschäftigten. Ferner erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen.

    ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen werden in der zweiten Runde am 06. und 07. Februar 2019 in Potsdam fortgesetzt.

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