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Uniklinikum Heidelberg: Warnstreik vom 22. bis 23.3.

Tarifrunde Unikliniken

Uniklinikum Heidelberg: Warnstreik vom 22. bis 23.3.

Am 22. März um 14:30 Uhr Demonstration von der Chirurgischen Klinik zur Heidelberger Innenstadt.
Warnstreik am 22. und 23.3. Uniklinik HD ver.di Banner: Warnstreik am 22. und 23.3. Uniklinik HD

 

Wir haben den Arbeitgeberverband Uniklinika Baden-Württemberg (AGU) am 16. 11.2017 zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu Mindestbesetzungen und Konsequenzenmanagement aufgefordert. Am 23. Februar 2018 hat die fünfte Verhandlungsrunde stattgefunden.

Die Arbeitgeber haben uns die Vereinbarung von Regelbesetzungen für 10 bis 20 Pflege- Bereiche pro Standort angeboten. Sie sind allerdings nicht bereit, verbindliche Maßnahmen zu tarifieren, die dann greifen, wenn die festgelegte Besetzung unterschritten wird. Regelbesetzungen ohne verbindliche, sichernde Maßnahmen garantieren keine Entlastung. Auch ein Gespräch mit den Arbeitgebern am 9. März brachte keinen Durchbruch.

 

  • Pressemitteilung vom 20.3.2018

    Tarifkonflikt Uniklinika Baden-Württemberg

    Zweitägige Warnstreiks an der Uniklinik Heidelberg – am 22.3. u 23.3.2018

    -       Demo und Kundgebung am 22.3. mit ver.di-Landesleiter Martin Gross -

    Mit zwei ganztägigen Warnstreiktagen am 22. und 23.März 2018 an der Uniklinik Heidelberg erhöht ver.di den Druck auf die Uniklinik-Arbeitgeber in den festgefahrenen Verhandlungen zu Personal-Mindestbesetzungen und einem Konsequenzenmanagement. Die erneute Warnstreikwelle ist letzte Woche in Ulm angelaufen und läuft diese Woche in Heidelberg, Freiburg und Tübingen weiter.

    ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross: „Wenn die Arbeitgeber Warnstreiks verhindern wollen, müssen sie ein substantiell verbessertes Angebot, vor allem in Bezug auf die Konsequenzen bei Unterschreitung von Mindestpersonalbesetzungen, vorlegen.“

    In der fünften Verhandlungsrunde am 23. Februar 2018 gab es zwar Bewegung auf beiden Seiten. Die Arbeitgeber hatten die Festschreibung von Schichtbesetzungen für 10 bis 20 Pflegebereiche pro Standort angeboten, berechnet nach zwei etablierten Verfahren. Diese oder ähnliche Verfahren werden allerdings bereits an allen Standorten angewandt. Die Festschreibung wäre eine Tarifierung des Status Quo und bringt nicht das dringend benötigte zusätzliche Personal. Die daraus resultierenden Besetzungen sind in vielen Bereichen nicht ausreichend. Sie führen vor allem dann, wenn sie unterschritten werden, weil es beispielsweise Krankheitsausfälle gibt, zu erheblichen Überlastungen des Pflegepersonals. Auch ein Spitzengespräch am 9.März brachte kein verändertes Angebot. Am 20.März findet ein weiteres Gespräch statt, aber auch vor diesem Gespräch legten die Arbeitgeber kein verbessertes Angebot vor.

    ver.di Verhandlungsführerin Irene Gölz: „Schichtbesetzungen, deren Unterschreitung nach dem Willen der Arbeitgeber ohne verpflichtende Konsequenzen bleiben sollen, sind für die Beschäftigten wertlos. Wir haben von unseren Mitgliedern den Auftrag, ihren Gesundheitsschutz zu sichern. Da reicht uns eine Selbstverpflichtung, dass irgendetwas gemacht wird, nicht aus.“

    „Die Kolleginnen und Kollegen streiken nicht zum Selbstzweck. Ihre Belastungsgrenze ist längst überschritten und sie verlangen ihr Recht auf Gesundheitsschutz und spürbare Entlastung. Arbeit im Krankenhaus darf nicht krank machen. Nicht der Streik gefährdet Pflegekräfte und PatientInnen, sondern die Personalnot im Alltag.“, so Monika Neuner von ver.di Rhein-Neckar. „Die Beschäftigten erwarten, dass nach fünf Verhandlungsrunden und vielen Gesprächen endlich einigungsfähige Lösungen auf den Tisch kommen.“

    ver.di hält sich an die mit dem Arbeitgeber abgeschlossene Notdienstvereinbarung zur Notfallversorgung der PatientInnen. „Wir sind auch immer gesprächsbereit, wenn es darum geht, Notdienste zu regeln. Dafür wird auch am 20.3. wieder ein Gesprächstermin mit dem Arbeitgeber stattfinden.“, so Monika Neuner, von ver.di-Rhein-Neckar. Wir stellen fest, dass bei den Beschäftigten die Streikbereitschaft weiter hoch ist und steigt. Das liegt auch daran, dass sich die Beschäftigten nach Verschiebung des für 12. und 13.3. geplanten Warnstreiks von der Uniklinik Heidelberg mehr Fairness gewünscht hätten. Aus Rücksicht auf den hohen Krankenstand und die Grippewelle wäre es ein Zeichen an die Beschäftigten gewesen, Überlastungen zu reduzieren und planbare Eingriffe deutlich zurückzufahren.“

    Am Donnerstag, 22.3. startet um 14.30 Uhr mit einer Auftakt-Kundgebung an der Chirurgischen Klinik (Im Neuenheimer Feld 110) die Demo über die Bergheimer Straße/ den Bismarckplatz zum Universitätsplatz in der Innenstadt. Dort spricht bei der Abschluss-Kundgebung u.a. ver.di-Landesleiter Martin Gross. Auch streikende Pflegekräfte werden sich zu Wort melden. Solidarische BürgerInnen beteiligen sich unter dem Motto „Seite an Seite für mehr Personal“ an der Demo. 

     

Streikaufruf Uniklinik HD am 22. und 23. März 2018 ver.di Streikaufruf Uniklinik HD am 22. und 23. März 2018