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Streik bei real

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Streik bei real

Am heutigen Freitag, den 13.07.2018, streiken mit Arbeitsbeginn die Beschäftigten des

  • real-Markts in Neu-Edingen und
  • real-Markts in Brühl

ver.di ruft für heute bundesweit die Belegschaften der 280 real-Märkte zum Streik auf. In Baden-Württemberg werden ca. 25 real Märkte bestreikt. Ziel ist, die Tarifverträge des Einzelhandels für die real-Beschäftigten wieder zur Geltung zu bringen.

 Die real-Oberen haben den Ausstieg aus den ver.di-Tarifverträgen beschlossen.

 Die real GmbH ist eine 100%ige Tochter des Metro Konzerns. In den 282 Filialen sind bundesweit 34.000 Menschen beschäftigt.

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche haben in den hiesigen Märkten Betriebsversammlungen stattgefunden. Große Empörung herrscht über die Flucht des real-Arbeitgebers aus den ver.di Tarifverträgen.

Stattdessen soll ein Billig-Tarifvertrag mit dem DHV zur Anwendung kommen. Danach würden die Gehälter um 20 – 40% abgesenkt werden. Das Urlaubsgeld soll um ca. 600 € und das Weihnachtsgeld um 1.360 € für die Kassiererinnen abgesenkt werden. Zusätzlich soll die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 37,5 Std. auf 40 Std. ohne Lohnausgleich erhöht werden.

ver.di Rhein-Neckar rechnet mit ca. 100 Streikenden. Sie werden heute entscheiden, ob sie am Samstag, den 14.07.2018 weiter streiken.

Streiktag Freitag, der 13. Juli  bei real in Brühl zg Streiktag Freitag, der 13. Juli bei real in Brühl
  • Siehe auch:

    Pressemitteilung von ver.di Baden-Württemberg

  • Nach real-Tarifflucht - ver.di ruft die Beschäftigten zum Streik auch in Baden-Württemberg auf

    Nach der Tarifflucht des SB-Warenhauses real und der angekündigten, drastischen Lohnabsenkung ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die 34.000 Beschäftigten an diesem Freitag (13. Juli) zu bundesweiten Streiks auf. "Wir wollen keine Dumpinglöhne, wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann",sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger heute in Berlin.

    Lag bislang eine Tarifbindung an die Tarifverträge des Einzelhandels vor, hat sich das Unternehmen nun von den mit ver.di vereinbarten Tarifverträgen verabschiedet. Ermöglicht hat dies der Übergang auf eine andere METRO-Gesellschaft, die Tarifverträge mit dem DHV abgeschlossen hat. Der DHV gilt unter Branchenkennern als sogenannte "gelbe" Gewerkschaft. Deren Tarifverträge führen zu durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld und längerer Arbeitszeit bei real-Neueinstellungen. Für eine Verkäuferin in 60%-Teilzeit bedeutet das beispielsweise: Statt bislang 1.547 Euro bekäme sie künftig 1.260 Euro brutto im Monat. "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten", sagte Nutzenberger. "Das ist Lohndumping um jeden Preis, selbst mit einer Gewerkschaft, deren Tariffähigkeit seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts im Juni zweifelhaft ist", so Nutzenberger.

    Nicht nur niedrigere Löhne, sondern auch weniger Urlaubs- und Weihnachtgeld, die Abschaffung der Spätarbeitszuschläge und Zahlung von Nachtarbeitszuschlägen erst ab 22 Uhr drohen den Beschäftigten.
    Durch die Kündigung des Zukunftstarifvertrags mit ver.di umgeht das Unternehmen zudem die darin geregelte Standort- und Beschäftigungssicherheit ebenso wie die Investitionszusagen in die Märkte. "Damit ist die Zukunft der Beschäftigten völlig ungewiss. Dramatische Demotivation und Verunsicherung sind die Folge", sagte das ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    "Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen", so Nutzenberger.

    Seit dem Betriebsübergang des SB-Warenhauses real zur Metro Services GmbH und der dortigen Umbenennung in real GmbH sind die Beschäftigten mit der Lohnabsenkung konfrontiert. Verhandlungen mit ver.di lehnte das Unternehmen ab.

    Auch in Baden-Württemberg werden am Freitag die Beschäftigten in den Real-Märkten zu Warnstreiks aufgerufen.
    In Böblingen-Hulb findet ab 10.00 Uhr vor der real,- Filiale in Böblingen-Hulb (Otto-Lilienthal-Straße 24, 71034 Böblingen) eine Kundgebung statt, zu der Streikende aus 12 Märkten aus den Regionen Stuttgart, Fils-Neckar-Alb und Schwarzwald-Bodensee anreisen.
    Die Streikenden der sechs Märkte in Karlsruhe, Freiburg und Ettlingen versammeln sich zu einer gemeinsamen Kundgebung in Ettlingen ab zehn Uhr vor dem Real-Markt Zehntwiesen Straße 47.

    ver.di rechnet im Land mit über 500 Streikenden.

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