Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder 2019

Ganztägiger Warnstreik am 26.02.2019 bei ver.di in Rhein-Neckar

Tarifrunde der Länder 2019

Ganztägiger Warnstreik am 26.02.2019 bei ver.di in Rhein-Neckar

Demonstration und Kundgebung in Heidelberg

In zwei Verhandlungsrunden gab es bisher keine Annäherung zwischen Arbeitgeberseite und ver.di. Beschäftigte von Landesdienststellen verdienen für vergleichbare Tätigkeiten zwischen 5% und 10% weniger als ihre Kolleg*innen bei Kommunalen Arbeitgebern oder als Beschäftigte des Bundes. Die Entwicklung der Lebenshaltungskosten ist jedoch für alle gleich. Je nach Gehaltsklasse sind das 200 -in Spitzenwerten bis zu 400 Euro Differenz im Bruttolohn jeden Monat.

Ver.di will diese Lücke erheblich verkleinern und fordert deshalb 6% mehr Lohn, mindestens 200 Euro. Für die Auszubildenden fordern wir 100 Euro im Monat und die Anhebung des Urlaubs von 29 auf 30 Tage. Für die Beschäftigten in der Pflege fordert ver.di aufgrund der großen Gehaltsdifferenz zwischen kommunalen und Landeseinrichtungen zusätzlich eine Anhebung der Gehälter um 300 Euro.

Parallel zur Entgeltrunde wird eine Neuordnung der Eingruppierung verhandelt. Die Arbeitgeber stehen auf dem Standpunkt, dass die Renovierung der Eingruppierung kostenneutral sein muss und daher durch Abstriche bei der allgemeinen Gehaltserhöhung gegenfinanziert werden soll. Das Ganze bei außerordentlich guten Steuereinnahmen.

Die Frage, wie sie denn bei den Vergütungsdifferenzen zukünftig Personal gewinnen und halten wollen, beantworten die Arbeitgeber lapidar: Die Arbeit bei den Landeseinrichtungen wäre so attraktiv, dass sie sich darum keine Sorgen machen.

Am 26.02. sind alle Tarifbeschäftigten der Länder im ver.di Bezirk Rhein-Neckar und die der Anwender des TVL zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Worin diese Attrativität bestehen soll, können die vielen Beschäftigten nicht nachvollziehen, Arbeitsverdichtung, Kettenbefristungen, Zwangsteilzeit offene Stellen, die niemand haben will, haben im Bereich der Länder genauso Einzug gehalten wie anderenorts. Wenn dann nicht wenigstens die Vergütung stimmt, gibt es keinen Grund, sich für eine Tätigkeit im Tarifbereich der Länder zu entscheiden.

Am 26.02. sind alle Tarifbeschäftigten der Länder im ver.di Bezirk Rhein-Neckar und die der Anwender des TVL zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um ihren berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ver.di ruft in Heidelberg zur Demonstration und Kundgebung auf.

Start der Demo ist um 10:30 Uhr am Bauhaus, Kurfürstenanlage.

Die Abschlusskundgebung startet gegen 11:30 Uhr in Heidelberg am Universitätsplatz. Hauptrednerin ist Hanna Binder von der ver.di Landesleitung.

  • Hintergrundinfo zu den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder 2019:

    In Baden-Württemberg waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2017 rund 316.000 (Vollzeitäquivalente 268.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 187.000 sind Beamte, rund 129.000 Angestellte, davon rund 48.000 befristet. Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.

    ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von sechs Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 Euro sowie zusätzlich 300 Euro für die Pflegebeschäftigten. Ferner erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen.

    ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen werden in der zweiten Runde am 06. und 07. Februar 2019 in Potsdam fortgesetzt.

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