Tarifrunde Öffentlicher Dienst der Länder 2021

    Am 25.11.2021 Streik-Demo in Heidelberg

    Tarifrunde der Länder 2021

    Am 25.11.2021 Streik-Demo in Heidelberg

    400 Streikende erhöhen den Druck auf die Verhandlungen bei gemeinsamem Streik von PZN Wiesloch sowie Universitäten und Bildungseinrichtungen der Region
    400 Streikende auf der Streik-Demo am 25.11. in Heidelberg ver.di 400 Streikende auf der Streik-Demo am 25.11. in Heidelberg

    Zwei Tage bevor die Tarifverhandlungen in der dritten und vorerst letzten vereinbarten Runde in Potsdam fortgesetzt werden, findet die zentrale Streik-Demo mit ca. 500 Streikenden aus der Region Rhein-Neckar in Heidelberg statt.

    „Die Beschäftigten der Universität Heidelberg sind wütend über das bisherige Null-Angebot der Arbeitgeber. Zudem drohen die Arbeitgeber, die Eingruppierung massiv zu verschlechtern. Dies würde einen Gehaltsverlust von mehreren Hundert Euro bedeuten. Unsere Kolleg*innen sehen dies als Missachtung ihrer täglichen Arbeit an“, gibt Alexander Leonhard, ver.di-Vertrauensmann an der Universität Heidelberg, die Stimmung wieder: „Bis heute müssen unsere Kolleginnen und Kollegen die Arbeitsabläufe aufgrund der pandemischen Lage ständig neu organisieren, um sowohl den Lehr- als auch den Forschungsbetrieb weiter am Laufen zu halten. Davon hängt unter anderem der Studienerfolg von rund 30.000 Studierenden in der Universitätsstadt ab.“

    Jürgen Lippl, Geschäftsführer von ver.di Rhein-Neckar macht deutlich: „Die jüngste Steuerschätzung hat alle Erwartungen, auch die der Landesregierung, weit übertroffen. Das versetzt die Landesregierung jetzt in die Lage, sich endlich ernsthaft den Erwartungen der eigenen Beschäftigten zu widmen. Für ein anständiges Angebot gibt es keine Ausrede mehr.“

    „Die Streikentschlossenheit am PZN Wiesloch ist sehr hoch, die PZN-Beschäftigten werden am 25.11. sowie am 26.11. streiken. Das Land muss alles tun, um den Beschäftigten in den Psychiatrien gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Eine bessere und angemessene Bezahlung ist dafür ein notwendiger Baustein. Die ver.di-Forderung für alle Berufsgruppen in den Psychiatrien lautet 300 Euro monatlich mehr. Gute Patientenversorgung geht nur in Teamarbeit, von der Pflegekraft über die Therapeut*innen, die Handwerker und alle weiteren Berufsgruppen. Das müssen die Arbeitgeber endlich auch finanziell anerkennen“, so Monika Neuner, Expertin fürs Gesundheitswesen bei ver.di Rhein-Neckar.

    • Hintergrund

      ver.di fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen (in Baden-Württemberg: den Zentren für Psychiatrie) sollen tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden.

      Verhandelt wird für rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte (940.000 Vollzeitstellen) und 48.000 Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen). Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die 1,2 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 880.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Länder sowie 175.000 Beamtinnen und Beamte und 120.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Kommunen übertragen werden (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

      ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen werden in dritter Runde am 27. und 28. November 2021 in Potsdam fortgesetzt.

      In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes von 2020 rund 325.000 (Vollzeitäquivalente 275.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 189.000 sind Beamte, rund 136.000 Angestellte. Rund 48.000 Beamte oder Angestellte sind befristet.
      Allein bei den Zentren für Psychiatrie arbeiten rund 10.000 Beschäftigte.
      Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.

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