Tarifrunde Öffentlicher Dienst der Länder 2021

    Am 8.November erster Warnstreik am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden …

    Tarifrunde der Länder 2021

    Am 8.November erster Warnstreik am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch

    Beschäftigte reagieren auf respektloses Verhalten der Länder-Arbeitgeber
    Warnstreik am PZN ver.di Warnstreik am PZN Wiesloch am 8.11.2021

     

    Stuttgart, 9. November 2021
    Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden fortgesetzt

    In der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder wird ver.di Baden-Württemberg die Warnstreiks heute fortsetzen. Nach dem gestrigen Auftakt mit über 200 Streikenden am Zentrum für Psychiatrie Nordbaden in Wiesloch, wird heute an den Zentren in Zwiefalten und Calw sowie an der Universität Stuttgart-Vaihingen und der Hochschule der Medien gestreikt.

    Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Für die Arbeitgeber ist Corona eine dauerhafte Belastung für ihre Haushalte und nur eine temporäre für die Beschäftigten. Es ist genau umgekehrt. Ein Ende der zusätzlichen Belastungen bei der Arbeit ist genauso wenig in Sicht wie ein Ende der Pandemie. Die Steuereinahmen dagegen haben die Talsohle schon lange durchschritten. Und deutlich mehr Respekt ist angesagt: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind kein Kostenfaktor, sie halten den Laden zusammen.“

     

    - - - - - - - - Pressemitteilung zum Warnstreik - - - - - - -

    Der Schwerpunkt wird dabei in den Zentren für Psychiatrie des Landes liegen. Damit reagiert die Gewerkschaft auch in Baden-Württemberg auf die zweite Verhandlungsrunde Anfang dieser Woche, bei der die Arbeitgeber praktisch alle Forderungen rundweg abgelehnt haben.

    Im Psychiatrischen Zentrum Wiesloch wird am kommenden Montag, 8.November, von 14.15 – 15.45 Uhr gestreikt. Eine Kundgebung ist um 14.15 Uhr am Rondell/ vor dem Casino geplant.

    Die Arbeitgeber haben am Anfang der Woche in Potsdam behauptet, es gebe explizit keine Probleme in den Kliniken. Sie sähen keinen Handlungsbedarf. Man sei konkurrenzfähig, gut aufgestellt, ohne Personalprobleme und die Bezahlung schon sehr gut.

     „Wir sind fassungslos. Im PZN Wiesloch haben wir seit langem eine angespannte Personalsituation. Wir suchen händeringend Fachkräfte und arbeiten am Anschlag. Was läuft eigentlich bei den Finanzministern falsch, dass sie die Situation der Beschäftigten und Auszubildenden nicht einmal in Ansätzen wahrnehmen und wertschätzen, sondern stattdessen unsere hochprofessionelle, engagierte Arbeit derartig abwerten. Unsere Antwort ist klar: wir streiken“, sagt Roberto Valke, ver.di-Vertrauensmann am PZN Wiesloch.

    Die Arbeitgeber sprachen in den Verhandlungen zudem von lediglich temporären Belastungen durch die Coronapandemie.

    Irene Gölz, ver.di Landesfachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales: „Anscheinend ist die Pandemie für die Finanzminister schon vorbei. Das ist respektlos und zynisch gegenüber den Beschäftigten in den Zentren für Psychiatrie. Die Zusatzbelastung durch Corona besteht nach wie vor. Die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass man alle Bereiche und Berufsgruppen braucht, damit die Patientenversorgung funktioniert.“

    „Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz-Masken sowohl bei den Patient*innen wie auch den Beschäftigten erschwert die Kommunikation. Da die Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen hauptsächlich von Sprechen, Mimik und Gestik geprägt ist. Die Not von psychisch erkrankten Menschen ist gestiegen. Alle Bereiche bei uns arbeiten ständig auf Hochtouren, um alles zu organisieren und zu bewältigen. Neben den Beschäftigten in der Therapie und Pflege, sind das genauso auch zum Beispiel unsere Handwerker und die Verwaltung. “, sagt Ralf Reichenbach, ver.di, Vertrauensmann am PZN Wiesloch.

    „Sehr viele Beschäftigte sind streikbereit. Zahlreiche Teams haben in den vergangenen Wochen diese Botschaft mit mindestens der Hälfte der Kolleg*innen unterschrieben und ein Teamfoto dafür gemacht: ‚Wir die Mitarbeiter*innen der Station/ des Teams xy leisten täglich wichtige Arbeit. Arbeiten in Notbesetzung gehört für uns leider zum Alltag. Es gefährdet uns und unsere Patient*innen. Wir schließen uns den ver.di-Forderungen an. Bei unserer Bezahlung besteht massiver Nachholbedarf. Wenn nötig, werden wir unser Streikrecht wahrnehmen. Deshalb fordern wir den Arbeitgeber auf, mit ver.di eine Notdienstvereinbarung zu unterzeichnen, welche die Reduktion von Kapazitäten beinhaltet. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Patient*innen!‘ Die Team-Fotos werden auf der Kundgebung präsentiert“, so Monika Neuner, ver.di-Gewerkschaftssekretärin für Gesundheit und Soziales in Rhein-Neckar.

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