Tarifrunde öffentlicher Dienst 2023

Verkehrsstreik: Kundgebung in Heidelberg ein riesiger Erfolg

rund 500 Teilnehmer:innen waren vor dem Rathaus in der Heidelberger Innenstadt dabei
27.03.2023
Verkehrsstreik am 27.3.2023: Kundgebung in Heidelberg

Ver. di hat für die Kundgebung in Heidelberg Beschäftigte aus der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltungen Neckar und Oberrhein und auch aus der Autobahn GmbH aufgerufen. Seitens der RNV waren keine Busse und Straßenbahnen im Einsatz. Auch die Neckarschleuse in der Altstadt war dicht.

„Es war ein voller Erfolg“, so Nadja Kürten, ver.di Rhein-Neckar. „Das Wetter hat prima mitgespielt. Die Leute haben demonstriert, wie einfach es ist, die Verkehrswege in der Region lahmzulegen. Sollte es kein annehmbares Angebot geben, sind die Kolleg:innen bereit, weiter auf die Straße zu gehen.“

 Heute beginnt die 3. Verhandlungsrunde in der Tarifrunde öffentlicher Dienst in Potsdam.

 

 

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - Landesbezirk Baden-Württemberg
Stuttgart, 27. März 2023

Über 7.000 Streikende im Land beim bundesweiten Verkehrsstreik 

Allein im Bereich von ver.di haben sich in Baden-Württemberg heute über 7.000 Beschäftigte an den ganztägigen Arbeitsniederlegungen auf der Straße, am Boden, in der Luft und auf dem Wasser beteiligt. In den acht bestreikten Städten mit kommunalem Nahverkehr fahren seit heute früh keine Busse und Bahnen (Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Baden-Baden, Mannheim, Heilbronn, Ulm und Esslingen). Am Flughafen Stuttgart ist der Luftverkehr eingestellt, am Baden-Airpark kommt es wegen des kurzfristig anberaumten Warnstreiks der Sicherheitskräfte zu erheblichen Verzögerungen. Mehrere Schleusen am Neckar sind zu. Außerdem wird auch bei der Autobahn GmbH gestreikt. In Baden-Württemberg hat allein ver.di in insgesamt acht Tarifrunden zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Mit der EVG, die im Fern- und Regionalverkehr auf der Schiene zum Warnstreik aufgerufen hat, fanden in Karlsruhe, Freiburg und Ulm gemeinsame Kundgebungen statt. Weitere ver.di Kundgebungen waren in Heidelberg und am Flughafen Stuttgart.

Maike Schollenberger, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin, sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit DGB und EVG: „Der heutige kraftvolle Streiktag hat vor allem ein Ziel: die öffentlichen Arbeitgeber noch rechtzeitig wachzurütteln, um einen wochen- oder gar monatelangen Tarifkonflikt zu vermeiden. Wir wollen in Potsdam ein gutes und faires Ergebnis erreichen. Dazu müssen Bund und Kommunen das bisherige Angebot massiv verbessern und vor allem die soziale Struktur um 180 Grad drehen. Wir gehen in die dritte Verhandlungsrunde mit dem Rückhalt einer beispiellosen Streikbewegung und dem Wissen, dass die Haushaltssituation der Kommunen besser ist als die ihrer Beschäftigten.“

 

  • Hintergrund

    ver.di fordert für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Das Ergebnis soll später zeit- und wirkungsgleich auf Beamt:innen, Richter:innen, Soldat:innen und Soldaten sowie Versorgungsempfänger:innen übertragen werden. ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der GdP, der GEW, der IG BAU und dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die erste von drei verabredeten Verhandlungsrunden war am 24. Januar in Potsdam, die zweite Runde am 22. und 23. Februar 2023. Die dritte und letzte verabredete ist vom 27. bis voraussichtlich 29. März 2023.

    In Baden-Württemberg arbeiten nach Zahlen des Statistischen Landesamtes von 2022 rund 236.000 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen. Etwa 67 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt rund 44 Prozent (insgesamt inklusive Beamt:innen). Außerdem haben die bundesweiten Verhandlungen unter anderem Auswirkungen auf den Verlauf der Tarifrunde von rund 10.000 Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit und über 3.000 Beschäftigten bei der Deutschen Rentenversicherung im Land.

     

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