Tarifrunde öffentlicher Dienst 2023

Wir verstärken unsere Streiks

Arbeitgeber legen in der 2. Verhandlungsrunde respektloses Angebot vor
03.03.2023
Streikaufruf Tarifrunde öD 2023

Das Angebot sieht bis März 2025 lediglich Einkommenssteigerungen von fünf Prozent vor. Das deckt noch nicht einmal das aktuelle Jahr 2023 ab, denn prognostiziert sind sechs Prozent Inflation. Ganz zu schweigen von den aufgelaufenen hohen Kaufkraftverlusten aus den letzten beiden Jahren und der Inflation ab 2024.

Kathrin Biro, Bezirksgeschäftsführerin ver.di Rhein-Neckar: „Ganz besonders empört die Beschäftigten die kategorische Weigerung der Arbeitgeber, einen Mindestbetrag auch nur zu verhandeln und stattdessen sogar die oberen Entgeltgruppen bei der Jahressonderzahlung überproportional zu erhöhen. Wir müssen in dieser Tarifrunde ein solidarisches Paket erreichen. Denn vor allem die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Entgeltgruppen müssen zur Finanzierung ihres Lebens längst an ihre dünnen Ersparnisse ran.

ver.di Rhein-Neckar verstärkt nun die Streikaktivitäten.

Nach einem erfolgreichen Jugendstreiktag mit 600 Teilnehmenden in Mannheim, streikt am 3. März der öffentliche Personen Nahverkehr in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Am Montag, 6. März, ruft ver.di Beschäftigte aus den Gemeinden Ilvesheim, Schwetzingen, Hemsbach, der Sparkasse Rhein Neckar Nord, der Bundesagentur für Arbeit, das Nationaltheater Mannheim sowie die Beschäftigten der Stadt Mannheim ohne den Sozialpädagogischen Bereich zum Streik auf. Der Schwerpunkt für diesen Tag liegt auf dem Gewerblichen Bereich mit dem Stadtraumservice und der Stadtentwässerung der Stadt Mannheim. 2 Demos durch die Stadt ab 8:30 Uhr Kundgebung auf dem Paradeplatz Mannheim).

Am Mittwoch dem 8. März ruft ver.di den Sozial- und Erziehungsdienst zum Streik auf. Das sind alle Sozialpädagogischen Bereiche der Stadt Mannheim sowie die Heidelberger Werkstätten. Kundgebung 13:30 Uhr auf dem Alten Messplatz Mannheim, 15:00 Uhr Demo zum Gewerkschaftshaus mit Übergang zum Frauenkampftag des DGB.

 

  • Hintergrund

    ver.di fordert für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Das Ergebnis soll später zeit- und wirkungsgleich auf Beamt:innen, Richter:innen, Soldat:innen und Soldaten sowie Versorgungsempfänger:innen übertragen werden. ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der GdP, der GEW, der IG BAU und dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die erste von drei verabredeten Verhandlungsrunden war am 24. Januar in Potsdam, die zweite Runde am 22. und 23. Februar 2023. Die dritte und letzte verabredete ist vom 27. bis voraussichtlich 29. März 2023.

    In Baden-Württemberg arbeiten nach Zahlen des Statistischen Landesamtes von 2022 rund 236.000 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen. Etwa 67 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt rund 44 Prozent (insgesamt inklusive Beamt:innen). Außerdem haben die bundesweiten Verhandlungen unter anderem Auswirkungen auf den Verlauf der Tarifrunde von rund 10.000 Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit und über 3.000 Beschäftigten bei der Deutschen Rentenversicherung im Land.

     

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