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    Gegen jeden Antisemitismus, in Mannheim und überall

    Gegen jeden Antisemitismus, in Mannheim und überall

    Wir verurteilen die antisemitischen Vorfälle im Rahmen der "Free Palestine" Kundgebung sowie den Angriff auf die Mannheimer Synagoge.

    In den letzten Wochen kam es in Mannheim zu einer Reihe von Vorfällen, die zeigen, dass sich Jüdinnen und Juden in der Quadratstadt nicht uneingeschränkt sicher fühlen können.
    In der Nacht auf den 13. Mai wurde die Fensterscheibe der Synagoge in F7 von Unbekannten eingeworfen.
    Am Samstag den 15. Mai fand am Friedensplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Free Palästina" statt. Während der Veranstaltung wurden die Fahnen der radikalislamistischen Hamas sowie weiterer jihadistischen Gruppen offen gezeigt. Mehrere Sprechchöre bedrohten Jüdinnen und Juden, ohne dass dies von den Veranstalter:innen effektiv unterbunden wurde. Auch Teile der Ordner:innen stimmten in antisemitische Parolen ein.
    Nachdem die Polizei die Kundgebung aufgelöst hatte, bewegten sich mehrere hundert Teilnehmer:innen Parolen rufend in Richtung der Innenstadt und damit auch in Richtung der Synagoge, bevor sie von Polizeikräften aufgehalten wurden.

    Auch in anderen deutschen Städten kam es im Zusammenhang mit Palästina-Demonstrationen kürzlich zu judenfeindlichen Ausfällen und Angriffen auf Synagogen, so beispielsweise in Bonn und Münster. Das zeigt, dass es sich bei den Ereignissen in Mannheim nicht um Einzelfälle handelt. Vielmehr herrscht ein gesamtgesellschaftliches Klima, in dem verbale und tätliche Angriffe auf auf jüdische Menschen anscheinend jederzeit möglich sind. Dies bestätigt auch eine Untersuchung des Jüdischen Weltkongresses aus dem Jahr 2019, der zufolge bis zu einem Viertel der Deutschen antisemitischen Aussagen zustimmen.

    "ver.di stellt sich Nationalismus, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit entgegen, " - das wurde auf dem 5. Bundeskongress 2019 in Leipzig beschlossen.

    ver.di Rhein-Neckar fordert zudem Aufklärung darüber, weshalb Stadt und Ordnungskräfte die antisemitischen Vorfälle nicht unterbinden konnten.
    Wenn die antisemitische Ausrichtung vieler Teilnehmer:innen anhand von jihadistischen Fahnen und judenfeindlichen Sprechchören offensichtlich waren, stellt sich die Frage, weshalb die Polizei erst Stunden nach Veranstaltungsbeginn eingriff. ver.di fordert daher Stadt und zivilgesellschaftliche Akteure auf, sich deutlich gegen Antisemitismus und Judenfeindlichkeit zu positionieren und mit entsprechenden Engagement gegen dieses gesamtgesellschaftliche Problem anzugehen. Wenn jüdisches Leben in Mannheim und sonstwo bedroht ist, ist es Zeit zu handeln, anstatt stumm den nächsten Angriff abzuwarten.

    Links:
    ver.di Jugend – gegen jeden Antisemitismus!

    Kommunalinfo Mannheim: Brennende Israelfahnen und Pfefferspray. Eskalation bei FreePalestine-Demo in Mannheim

    ver.di Rhein-Neckar AK ver.di gegen Rechts